|
|
||
| ||
1. November 2011 | 2 Kommentare »
Es ist Samhain. Ahnenzeit. Und der Nebel zieht durchs Tal. In seine benetzenden Arme gebe ich mich, durchwandere ihn und hänge meinen aufziehenden Erinnerungen nach. Immer mal wieder taucht eine aus dem Nebel auf und kehrt auch irgendwann wieder dorthin zurück. Manche halte ich einen Augenblick fest, um sie zu betrachten.
Meine Urgroßmutter. Ich bin ihr hier unten nicht begegnet und doch hat sie meinen spirituellen Weg entscheidend geprägt. Sie besprach Warzen im dunklen Keller. Bei besonderem Mondstand. Und sie heilten. So die Anekdoten. Ihr Bild ziert meine Ahninnenlaterne. Ich lade sie ein, heute um mich zu sein. Ich habe einen meiner Namen von ihr. Sie hieß Theresia. Ich Teresa. Unter anderem. Meine Großtante. Die ihren Mann im Krieg verloren hatte. Immer da, immer umsorgend. Immer auch ein wenig adrett. Um ihren Platz ringend. Sie wäre eine gute Mutter geworden, war es dennoch. Eine Art Mutter für meine Mutter, deren eigene eher eine Schwester war. Später dann. Bei ihrem Tod hat sie meine Kette getragen. Eine weiße Taube. So war sie auch irgendwie. Tante Marie. Bei der die Betonung auf dem “a” liegt, nicht auf dem “ie”. Immer so eine gute Seele. Ich vermisse sie sehr. Und es tut mir noch heute weh, dass sie einsam starb. Wenn auch im Reinen, so denke ich. Sie machte wunderbaren Kuchen. Und sie liebte Häkeldeckchen. offenbar. Und sie war bescheiden. In einer Art und Weise, wie ich mir erleuchtete vorstelle. Und hatte einen feinen schelmischen Humor. Meine Großmutter. Die mich immer nach dem Kindergarten hütete. Oft wurden wir von der Mutter meiner besten Freundin im Auto mit nach Hause genommen. Die wohnte nur drei Häuser weiter unten am Berg. Wir Mädels hoben uns immer etwas zu Essen für diese historische Heimfahrt auf. Um “Rabatz” zu machen. Diabetikern war meine Großmutter. Wenn ich zum Mittagsschlaf in ihr großes Bett ging, schlich ich immer auf Mausesohlen zu ihrer Handtasche und futterte ihren Traubenzucker dann gemütlich im Bett. Sie hat nie etwas dazu gesagt. Und es fand sich immer welcher. Als Kind schien es mir, als versiege dieser Quell nie. Auf wundersame Weise. Mabel. Meine Freundin. Ein bisschen eine zweite Mama für mich, in der kurzen Zeit, die wir uns begegnen durften. Sie starb zu früh. Gefasst und getragen. Eine großartige, weise und starke Frau. Die Frauen liebte. In einer Selbstverständlichkeit, die mir Vorbild war. Ihr Schlafzimmer war “very British”. Die Rosentapete werde ich nie vergessen. Und das Bett ein Traum in Metall. Weiß- versteht sich. Ich liebte ihre Bücherwände. Und sie für die ganze unbefangene und herzvolle Art, mit der sie mich mittrug. Obwohl ihre Krankheit, die sie nie zum Thema machte, eigentlich jemanden bedurft hätte, der sie trägt. Ihr Abschiedsritual war wunderbar. Mein Großvater. Der mich trug. Mit seiner ganzen Art. Seine große Liebe sei ich, sagte er. Und dann kämen seine Frau und seine Kinder. Es gibt ein schönes Foto von uns. Ich auf seinem Arm, in meinem ersten Kleidchen vor dem grandiosen alten Rosenbusch. Die Rosen waren wirklich wunderschön. Noch lange nach seinem Tod. Mein Vater. Der zu früh ging. Herausgerissen wurde. Ihm verdanke ich meine Liebe für wirklich scharfes Essen. Und Parmesan. Unvergessen die schelmischen Streiche, die er mit stoischer Ruhe ertrug. Fast immer. Mit bepuderten Bobby Car- Rädern quer durch die ganze mit Teppich ausgestattete Wohnung. Alle Gewürze zusammen mischen, auf dem großen Esstisch sitzend, weil das so viel praktischer war als einzeln. Und A- Team. Wusstet ihr, dass die erste Kassette, die ich bekam eine vom A- Team war? Meine Mutter schlug damals die Hände über dem Kopf zusammen. Ich war nichtmal in der Schule. Ich erinnere mich an seine Stimme. Diese wahnsinns Stimme. Tief. Voll. Wenn er mich rief, dann wackelten die Häuser. So hatte ich als Kind das Gefühl. Ich habe noch heute ein Faible für ausdrucksstarke Männerstimmen. Großtante Martha und Rita. Mutter und Tochter. Eng verbunden in diesem Leben. Als die eine ging, folgte die andere schnell nach. Als sei die Welt ohne die andere sinnentleert. Ich erinnere mich an ihre Wohnung. Und an den herrlichen Dialekt aus Thüringen. Den ich mit meiner Mutter zum Gedenken an alle Verwandten “ausm Osten” heute noch mit qietschender Freude nachahme. Ich liebe ihn. Finde ihn sehr seelenvoll, wenn auch wortkarg. Thüringen ist wunderschön. Renate. Meine Tante. Auch sie habe ich nie hier getroffen. Sie starb früh. So früh. Bei einem Unfall. Dennoch habe ich ihre Präsenz so stark gefühlt, sie kaum eine andere. Wenn jemand in meiner Familie heilig gesprochen wurde, dann sie. Ob ihr das gerecht wird oder sie dem, das vermag ich nicht zu sagen. Sie kämpfte auch an ihren Fronten. Stark, gewitzt und charmant. Alle reihen sie sich ein in den Nebeltanz. Gleiten vorbei und entlocken mir ein Lächeln. Für immer sind sie in meinem Herzen und tanzen mit mir den Tanz der Ahnen. In Spirituelles
8. Oktober 2011 | 4 Kommentare »
Es ist wieder einmal so weit. Zeit für einen neuen Wurzelsong. Dieser ist inspiriert von Freundschaften zwischen Frauen. Weniger geglückten. Und den Wünschen, und Gedanken, wie sie sein könnten. Ohne Konkurrenz, ohne Vergleich. Einfach sein, liebevoll wahrnehmend. Ich wünsche euch viel Spaß beim Anhören…
In Musik
5. Oktober 2011 | 0 Kommentare »
Es gibt einen neuen Podcast drüben bei Spirit Voice: Von Michaeli bis Yule. Heute möchte ich euch mitnehmen auf eine Reise vom äußeren zum inneren Licht. Ich erzähle euch etwas von den Festen der dunkleren Jahreshälfte, von Michaeli bis Yule, vom Waldorfkindergarten, von meinem Blickwinkel auf diese Feste und was wir Erwachsenen in diesen Monaten bis Yule für eine Bewegung mit der Erde vollziehen dürfen. Seid herzlich eingeladen zu lauschen, zu kommentieren und zu berichten, wie ihr diese Feste erlebt! In Audio
5. September 2011 | 5 Kommentare »
Heute habe ich einen regelrechten Kreativitätsschub. Ich merke: langsam rücke ich mich zurecht. Konzentriere mich auf mich und finde mich vielleicht auch neu. Ich bin hoffnungsvoll. Inspiriert auf diesem Weg hat mich Goddess Leonie, die ich Dank Jana gefunden habe. Und so habe ich meine Spirituelle Kreativitätskiste wieder ausgepackt. Ein wenig angestaubt war sie schon und das ist das Ergebnis.
Umarmt eure innere Göttin & Lasst es euch gut gehen <3 In Alltägliches
|
||
|