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Lilith

Come and fly now with the Angels, rise again now like the Phoenix,
Your the Love that lives forever, In the Heart that never dies, never dies- Heart of Lilith!

Lilith fasziniert mich seit Jahren immer wieder. Ich las über ihre Herkunft, ihr Auftauchen durch verschiedene Epochen, und auch ihre Bedeutung für die heutige Frauenbewegung. Immer habe ich jedoch das Gefühl, dass jede Epoche Lilith in gewisser Weise instrumentalisiert hat.

Die vereinfachte Story ist ja jene, dass laut Midrasch Lilith Adams erste Frau war. Aus der selben Materie geschaffen, gleichberechtigt und gleichwertig also. Diese Stellung vertrat Lilith selbstsicher, doch konnte sich Adam damit nicht arrangieren. Nachdem er sie wiederholt zur Unterwürfigkeit aufforderte, brachte Lilith Gott dazu, ihr seinen geheimen Namen zu nennen, daraufhin war sie aus den Gesetzen der Schöpfung herausgehoben und flog davon. Ab hier wird die Story allerdings je nach Kulturkreis anders erzählt.

Es wird u.a. berichtet, dass sie eine Heimstätte am roten Meer fand, wo sie ihre Selbstbestimmtheit wiedererlangte und Mutter vieler Dämonen wurde. Daraufhin schickte Gott drei Engel aus, die sie wieder zurückbringen sollten, doch Lilith lehnte ab und so musste sie jeden Tag den Tod vieler ihrer Kinder erdulden, worauf sie zu einer Rachegestalt wurde, der Kinder mordete und eine Gefahr für schwangere Frauen darstellte. Ebenso wird erzählt, dass sie die gewundene Schlange war, die Eva dazu aufforderte, vom Baum der Erkenntnis zu essen und Adam zu verführen. Aber auch in anderen Kulturepochen taucht sie immer wieder auf. Als Magd Innanas, die Männer initiiert, als Urmutter und Göttin der Schöpfung und als Frau Gottes.

Alle Sagen haben eins gemein, sie beschreiben Lilith als selbstbestimmte, sexuell unabhängige und eigenverantwortliche Frau, die den Schlüssel zu den “dunklen” Mysterien, der Menstruation, des Gebärens, der ekstatischen Sexualität und der neuschaffenden Zerstörung in sich trägt. Aber darüber hinaus scheint sie auch eine nicht ganz eindeutig umrissene Bedeutung für die Initiation der Männer zu bestimmten Mysterien zu haben. Doch Lilith hat auch eine Eigenaussage. Lilith erzählt Geschichten, Lilith hat Schattenseiten. Lilith versteht es wie kaum eine andere Sagengestalt, grade die Frauenseelen zu berühren. Was ist Lilith fernab dieser Mythen, fernab des patriarchal geprägten Blildes, fernab der feministischen Sicht? Ich glaube, dass die Suche nach Lilith und ihrem Schicksal uns einige Dinge über das Leben, über Wertvorstellungen und Selbstverständnis lehren kann.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Lilith gemacht?



Kommentare
 
geschrieben am 20. Juni 2010

Interessante Gedanken zu einer mythischen Figur (oder gar einer Göttin?) zu der ich wenig Zugang habe – und mit der ich auch noch niemals “sprach” oder die zu mir “gesprochen” hätte. Was meiner Ansicht nach nicht daran liegt, dass sie eine “Frauengöttin” sei, sondern eher an einigen speziellen Aspekten der Weiblichkeit, für die sie steht.

Ich vermute, dass ich, darin typisch Mann (und durchaus “Macho”) Menstruation als etwas sehe, dass Frauen einmal pro Monat zu schaffen macht – PMS und Monatsblutung – und dass ich bei “Menstruation” spontan an den Anblick gebrauchter Tampons denken muss (gebrauchte Binden stören mich komischerweise weniger).

Ein anderer Grund ist, dass ich, wie ich zugeben muss, mit ekstatischer Sexualität so meine Schwierigkeiten habe.Im “wahren Leben” neige ich zum “phantasielosen Blümchensex”, wie sich meine sexuell sehr aktive Ex beklagte – ich fühlte mich überfordert. (Mehr dazu schreibe ich in einem offen zugänglichen Blog besser nicht. ;) Komisch: ich lästere über “Traurige Tantriker” (den Begriff prägte Duke, einer der wenigen Menschen, mit dem ich mich gerne, wenn auch selten, über Sex unterhalte) und über Prüderie in jeder Form – aber bin wohl in mancher Hinsicht nicht weniger “verklemmt”.

 
geschrieben am 20. Juni 2010

Jetzt muss ich auch kurz überlegen, was ich öffentlich darauf antworte :)
Also, das mit der Menstruation geht, glaube ich, vielen Männern und auch vielen Frauen so. Ich habe meine seit ich 11 bin und das recht heftig, was dazu führte, dass ich mich monatlich auch nur geplagt fühlte. Eine entscheidende Wendung in meinem Leben, obwohl ich noch recht jung bin, könnte man es als Sinnkrise verstehen, hat das Thema für mich aber nochmal ganz anders greifbar gemacht. Ich bin auch ein Mensch, der viel Wert auf Ästhetik und Sauberkeit legt, aber grade bei der Mens ist das ja so eine Sache, man muss, glaube ich, mal ekstatisch mit dem Thema gearbeitet haben, ohne den klinisch überkandidelten Sagrotan- Effekt unserer Gesellschaft. Aber man macht sich viel zu wenig klar, welche Kraft in so einem Vorgang der Mens liegt, Erneuerung, Fruchtbarkeit, ja Schöpferinnenkraft. Ich finde das sehr faszinierend.

Ekstatische Sexualität hängt (auch) mit dem Partner zusammen. Diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht. Und natürlich damit, den Kopf abzuschalten oder zumindest ein so geartetes, tiefes Vertrauen zum Gegenüber aufzubauen, dass der Kopf nicht in die Quere kommt.

Für verklemmt halte ich dich eigentlich nicht. Vielleicht, wenn ich das aus der Ferne sagen darf, sind deine Ansprüche auch extrem hoch, die du an andere, aber grade an dich stellst….?!

Liebe Grüße

 
geschrieben am 22. Juni 2010

Ich bin auch immer wieder fasziniert…
Man stelle sich vor, was gewesen wäre, hätten Frauen und Männer zusammen die Texte für die Bibel zusammengetragen. Ob Lilith dann eindeutiger, anders, wichtiger wäre?

Eine Freundin von mir nannte ihre Tochter, die vor 3 Monaten auf die Welt kam Lilith. Ich finds schön…

LG



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