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Geschrieben am 24. August 2010 | 3 Kommentare » >>
Grade frage ich mich, wieso man über Spiritualität diskutiert. Klar, es ist immer wichtig, sich auszutauschen, seine Sicht zu überprüfen, neues zu bedenken, zu schauen, was bleibt. Die Frage stelle ich mir oft und obwohl ich seit über 10 Jahren den Weg der Naturspiritualität gehe (oh man, ich werde alt ;)), erscheinen mir manche Zusammenhänge nach wie vor nur gefühlsmäßig, ohne, dass ich sie in Worte fassen könnte. Bei Martin schrieb ich grade auf einen Kommentar hin, dass letztlich alles leer sei, die Entgegenung:
Das ist natürlich in einem sehr engen Fokus gedacht, dessen bin ich mir bewusst, aber das ist der Fokus auf den ich mich im aktiven Handeln mit anderen Glaubensrichtungen / Atheisten beschränken kann. Für mich, meine individuelle, weitergedachte Biographie sieht das anders aus. Ich glaube, dass eine Essenz bleibt und in weiten Teilen schließe ich mich gefühlsmäßig dem anthroposophischen Modell der nachtodlichen Sphäre an. Diese überdauernde Essenz, so glaube ich, besteht aus unserem wirklichen Wesenskern, einem aufgearbeiteten Teil unserer Erfahrungen und Veranlagungen und dem wieder mit uns vereinten “höheren Ich”. Ja, ich glaube auch an Reinkarnation, aber das ist eine andere Baustelle :) Desweiteren ist es für mich natürlich nicht nur das ethische Grundverständnis, dass mich in der mir eigenen Weise mit der Welt umgehen lässt. Für mich ist freilich die Erde “beseelt” und diese Tatsache prägt maßgeblich meinen Umgang mit ihr. Ich habe auch eine ziemlich eigene Theorie zu der Beseeltheit der Tier und Pflanzenwelt. Für mich ist die Wahrnehmbarkeit dieser Wesen nämlich nur deswegen so unterschiedlich, weil sie nicht in der selben, tiefen Weise hier inkarniert sind. Sie sind noch mehr im Geistigen zuhause als wir. Und an Elementarwesen glaube ich auch, ja. Meine Beziehung zu “den Großen” wie Duke sie nennt, verdient eigentlich ein eigenes Kapitel, ein ungeheuer facettenreiches Thema für mich. Vielleicht, irgendwann einmal. Angerissen ist es bereits unter “Skadi”. Bei genauerer Betrachtung ist es wohl so, dass ich dieses ganze Weltbild nicht so ausgestaltet hätte, wenn ich nicht schon viele, viele Diskussionen über Spiritualität geführt hätte. Vielleicht würde ich keinen Thorshammer tragen, auf keine Allthings gehen, keine Geschichten erzählen und nicht singen? Nein, ich bin sicher, dass all das dann vermutlich andere Türen in mein Leben gefunden hätte- die Großen sollte man nicht unterschätzen… Geschrieben am 22. Juli 2010 | 10 Kommentare » >>
Angeregt von Thursas Beitrag, habe ich mich entschlossen, euch auch mal meinen kommenden Lesestoff vorzustellen. Mir wird zwar nachgesagt, ich würde Bücher regelrecht fressen, aber das ist auch nur bei SciFi und Fantasy so. Spirituelle Bücher lese ich enorm gründlich und enorm langsam, dabei habe ich die Angewohnheit mit Bleistift Anmerkungen zu machen oder Textpassagen zu unterstreichen :) Hier also mein Stapel Bücher, die in den kommenden Wochen gern gelesen werden wollen: 1. Hendee: “Dhampir” / Ein wenig Fantasy- Kurzweil. Eine Schwäche. PS: Liebe Thursa, ist das Buch “Gay Witchcraft” zu empfehlen? Geschrieben am 13. Juli 2010 | 3 Kommentare » >>
Anhand von Martins Artikel, der eigentlich ein ganz anderes Thema behandelt, habe ich mir noch mal einige Gedanken zu meiner vorhandenen Abneigung gegen spirituelle Gruppen gemacht. Martin schreibt:
Das geht mir ganz ähnlich und zwar am deutlichsten bei spirituellen Gruppen. Als ich angefangen habe, mich mit der Naturspiritualität auseinanderzusetzen, führte mich mein Weg vor gut 10 Jahren in eine solche Gruppe. Die Vorteile lagen klar auf der Hand: Ich war neu in der Richtung, vor mir tat sich ein unerschöpfliches Feld von Möglichkeiten auf, zusammen lernen fand ich toll, Austausch ebenso und die Leute wirkten charismatisch. Die Sache war also beschlossen und lief auch gut an. Ich setzte mich ein, gestaltete aktiv mit, übernahm Verantwortung, arbeitete die Themen durch, tauschte mich aus, brachte meine Meinung ein und- rannte gnadenlos gegen die Wand. Der Punkt war nämlich, dass das Mitarbeiten natürlich willkommen und gewünscht war, die Fäden aus der Hand geben, sich als (gleichwertiges) Teil eines Ganzen sehen, demnach (nur) einer unter vielen sein, aber eine ganz andere Sache. Wozu hat man denn hier eine Hohepriesterin?! Und da sind wir schon an zwei entscheidenden Punkten, die nach wie vor Unsitte sind. Zum einen sind das die Titel. Für mich ganz persönlich sind die Zeiten der Priester vorbei. Vor allem die jener, die gerne den Titel, aber nicht die Verantwortung haben möchten. Klar kann es sein, dass jemand auf einem Gebiet sehr bewandert ist, ob das aber für mich persönlich tauglich ist, ist zumindest in spiritueller Hinsicht sehr subjektiv gelagert und hat auch immer mit der Persönlichkeit des Menschen zu tun, der die besondere Fähigkeit oder Kenntnis hat. Grade in Heidenkreisen ist der Titel “Priester” ja weit verbreitet. Gern auch kombiniert mit vorstehendem “Hohe”. Da ist ja jeder, der einmal erfolgreich eine Glühbirne gewechselt hat gleich Hohepriester, ob dieser wahnsinnigen Energieerfahrung. Was das aber bedeutet, ist oft unklar. Das “Hohe” meint nämlich, dass man in einer Gruppe (von Priestern) den höchsten Rang hat. Wenn man allein auf weiter Flur ist, macht die Bezeichnung keinen Sinn. Zum anderen ist es die hierarchische Struktur spiritueller Gruppen unter dem Deckmäntelchen des individuellen Aufstiegsprozesses. Martin schlussfolgert:
Das möchte ich unterschreiben. Aber was heisst das genau? Für mich ganz klar: Konstruktive Konsensfindung. Basisdemokratie. Eine Gemeinschaft ist für mich dann interessant und lebbar, wenn sie auf diesen Grundsätzen basierend miteinander umgeht. Wenn Entscheidungen durch unmittelbare Beteiligung aller getroffen werden, wenn jeder eine Stimme hat und nutzt, wenn jeder repräsentieren darf, wenn das Individuelle tatsächlich bereichert und entwickelt wird, wenn wirkliche Wertschätzung stattfindet, wenn Multispiritualität gelebt wird. Das ist für mich ein zukunftstragendes Modell. |
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